Hattenheim
notiert von Hotti

9. Oktober 2016


Unsere Wanderung am Sonntag, 9. Oktober 2016 war eine Überraschung in jeder Hinsicht.

Zum einen, weil wir bei dieser Tour eine Rekordbeteiligung von 15 Teilnehmern hatten, zum anderen, weil es eine sehr abwechslungsreiche Tour war.

Doch von vorne und das war am Wiesbadener Hauptbahnhof, dem ersten Treffpunkt zu unserer Wanderung.

Da unser Wanderleiter Norbert kräftig für diese Wanderung die Werbetrommel gerührt hatte, hatte auch er einige Anmeldungen entgegen genommen. Deshalb mussten wir zunächst einmal klären, wer denn noch eine Fahrkarte benötigte. Nach einigem hin und her war klar, einer hatte noch keinen Platz auf einer Karte gefunden. Rasch nachgelöst und schon marschierten wir zum Bahnsteig.

Die Bahn war pünktlich und bald waren wir in Eltville, dem Start unserer Wanderung angekommen.

Hier trafen noch vier weitere Wanderer auf uns, so dass wir diesmal wie bereits erwähnt 15 Wanderer waren.

Bild 1

Blick in Eltville auf den Rhein

Bild 2

Weit in der Ferne erkennt man bereits Kiedrich

Witziger weise hatte sich eine weitere Wandergruppe in Eltville getroffen, die vielleicht ein paar Wanderer mehr waren. Zumindest hatten wir Anfangs die gleiche Richtung, so dass wir uns mit dieser Gruppe vermischten, was das Bild einer riesigen Gruppe abgab.

Als erstes stand eine kleine Besichtigung von Eltville auf dem Programm. Die Burg mit dem Rosengarten, der Rhein, die Altstadt, Fußgängerzone und dann ging es richtig los mit unserer Streckenwanderung.

Bevor wir die Weinberge erreichten mussten wir zunächst noch eine Weile durch Eltville laufen.

In der Ferne konnten wir nun bereits unser erstes Etappenziel, die Ruine Scharfenstein, ausmachen. Der Blick ließ erkennen, dass wir demnächst eine Steigung zu erwarten hätten.

So war es dann auch. Unser Wanderleiter stellte uns vor die Alternative, kurz und steil oder länger und sanfter. Die Entscheidung war rasch getroffen. Lang und Sanft sollte es sein.

Oben auf der Ruine Scharfenstein bei Kiedrich angekommen konnten wir eine feine Sicht genießen.

Bild 3

Basilika St. Valentin in Kiedrich

Bild 4

Sanfter Anstieg zur Ruine Scharfenstein in Kiedrich

Einige Tische und Bänke luden zu einer ersten Rast ein. Es war zwar noch etwas früh, denn mit etwa 3 1/2 Kilometern waren wir noch nicht wirklich weit, aber Norbert meinte, dass wir so eine schöne Rastmöglichkeit während der ganzen Wanderung nicht mehr haben würden.

So nutzten wir die Gelegenheit und genossen die fast schon letzte Gelegenheit in diesem Jahr noch einmal ausgedehnt draußen sitzen zu können.

Mit der Zeit wurde es etwas frisch und über Wiesbaden machten wir bereits erste Regenwolken aus. Wir waren nicht gerade guter Hoffnung, dass uns der Regen nicht treffen würde.

Über einen Steilweg wanderten wir nun hinab nach Kiedrich, wo ich vorschlug, noch einen Blick in die Kirche zu werfen, was auch dankbar angenommen wurde.

Hier trafen wir auch wieder auf die andere Wandergruppe aus Eltville, die auf dem Marktplatz Rast machte.

Nach einem kurzen Blick in die Kirche hieß es für uns weiterwandern. Als Wegweiser nutzen wir nun die Markierung des Rheinsteiges, der uns zum Kloster Eberbach führte.

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Aussicht von der Ruine Scharfenstein in den Rheingau

Bild 6

Auf schmalen Pfad nach Kiedrich

Lange war es her, dass wir diese Etappe des Rheinsteigs gewandert waren. Da hatten sich bei mir schon einige Gedächtnislücken aufgetan, was die Streckenführung betrifft. Deshalb habe während der Erstellung des Wanderberichtes noch einmal recherchiert.

Das Projekt Erwandern des Rheinsteigs geht zurück in das Jahr 2005. Damals hieß es den Aufzeichnungen nach, dass die Wandergruppe Streetmillboys beabsichtigt, alle Etappen des Rheinsteigs bis nach Bonn zu wandern. Im November 2005 fiel der Startschuss.

Bereits im Jahr 2008 wurde das Projekt unvollendet in Koblenz abgebrochen. Den Aufzeichnungen folgend ist zu lesen, dass die Organisation ab Koblenz zu aufwendig sei. Da ab Koblenz die Anfahrt relativ weit für eine Tagestour sei, müsste man Wochenendtouren daraus machen. Dies wiederum ist, wie sich herausgestellt habe, mit einer Gruppe aufgrund von erforderlichen Buchungen bei Übernachtungsmöglichkeiten nicht einfach.

Doch zurück zu unserer Wanderung von Eltville nach Hattenheim. Wie gesagt oder richtigerweise geschrieben, folgten wir also der Rheinsteig-Markierung bis zum Kloster Eberbach.

Hier war ich etwas erstaunt, denn auf dem Klosterparkplatz waren Parkscheinautomaten aufgestellt. 4 €uro soll man für 24 Stunden berappen. Die Parkgebühr dient zur Erhaltung des Klosters.

Derzeit sind im Kloster einige Baustellen wegen Pflasterarbeiten an den Wegen. Kurz schauten wir uns im Klosterhof um. Einige nutzten den Aufenthalt für einen kurzen Toilettenbesuch.

Nachdem wir alle wieder zueinander gefunden hatten konnten wir unsere Wanderung in Richtung Hattenheim fortsetzen.

Als nächstes Ziel stand uns nun das Schwarze Häuschen, einem Gutsausschank im Steinberg zwischen Kloster Eberbach und Hattenheim bevor. Norbert hatte hier eine längere Rast mit leckerem Wein vorgesehen.

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Ein kurzer Blick in die Basilika und die Kapelle darf nicht fehlen

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Wechselspiel der Wolken Teil 1

Nach einer Stunde war die Einkehr vorüber. Wir nahmen die letzte Etappe in Angriff. Diese führte nun durch die Weinberge herunter nach Hattenheim.

Hier wanderten wir noch ein wenig durchs Dorf, bis wir schließlich am Hattenheimer Bahnhof angekommen waren.

Direkt neben dem Bahnhof hatte Norbert für uns zur Abschlusseinkehr reserviert. Schnell wurde noch ein weiterer Stuhl dazu gestellt, da Norbert zunächst von 14 Personen ausgegangen war.

Bei herrlicher Sicht auf den Rhein erlebten wir ein grandioses Finale dieser Wanderung. Das Essen war sehr gut, der Wein soll es auch gewesen sein. Dies kann ich nicht beurteilen, da ich nur ein Wasser getrunken hatte.

Beim Eintreffen im Lokal hatten wir geplant, dass wir die Bahn um 18:04 Uhr nehmen wollten. Also behielten wir stets die Uhr im Blick. Das Essen kam recht zügig, so dass unserem Vorhaben nichts im Weg stehen würde.

Rechtzeitig hatten wir auch Bescheid gesagt, dass wir zahlen wollen, was dann auch klappte und wir mit ein wenig Zeitpuffer den Bahnhof erreichen würden.

Bild 9

und hier Teil 2 des Wechselspiels

Bild 10

Im Hintergrund ist bereits Hattenheim zu sehen, Ziel unserer Wanderung

Das war auch ganz gut, denn das Lösen der Fahrkarte für die Teilnehmer, die zum Treffpunkt in Eltville gekommen waren, gestaltete sich das Lösen der Fahrkarte als eine mittlere Herausforderung.

Die Anzeige, welche die Herren auf dem Bildschirm aufgerufen hatten, erschien mir zum Lösen einer Fahrkarte reichlich merkwürdig. Vorsichtig fragte ich, ob sie nicht die Fahrplanauskunft aufgerufen hätten. Nein! Wie komme ich denn auf so was.

Nach weiterem Drücken auf dem Bildschirm kam allerdings immer noch keine Fahrkarte. Da sich die zeitliche Ankunft der Bahn näherte war ich den Herren nun behilflich . Sie hatten tatsächlich die Fahrplanauskunft aufgerufen. Also alles zurück auf Anfang und ein paar Tastendrücke später konnten sie ihr Kleingeld einwerfen und bekamen als Gegenleistung eine Fahrkarte ausgeworfen.

Mit einer kleinen Verspätung kam dann auch die gut gefüllte Bahn. Wir hatten Glück, denn im Fahrradabteil hatte sich ein jüngerer Mann, der sich quer über 5 Sitze zum Schlafen gelegt hatte, aufgerafft und Plätze frei gegeben so dass die meisten von uns einen Sitz bekamen.

Da wir direkt gegenüber der Toilette saßen bekamen wir eine arg seltsame Situation mit, die man dem Oberbegriff Zauberei oder Verstehen sie Spaß zuordnen konnte.

Zunächst hatte ein Mann die Toilette betreten. Komischerweise wurde am Display nicht angezeigt, dass er die Tür verschlossen hatte. Nach einer Weile kam ein weiterer Mann, der zur Toilette wollte. Auch dieser Mann verschwand hinter der Tür. Kurz darauf kam der zweite Mann wieder heraus. Keiner von uns hatte mitbekommen, dass er erste Herr die Toilette bereits wieder verlassen hatte. Oder etwa doch nicht?

Den Wiesbadener Hauptbahnhof hatten wir schließlich gegen halb sieben erreicht. Ein schöner Tag mit großem Glück ging zu Ende. Wie ich später erfahren habe, hat es in Wiesbaden gegen Mittag wie aus Eimern gegossen. Davon hatten wir bei unserer Tour nichts mitbekommen. Wir waren trocken geblieben.

Fazit dieser Wanderung: Eine schöne Tour. 16,2 Kilometer und etwas über insgesamt 300 Höhenmeter. Eine Wanderung, die mir nicht anstrengend erschien, mit wunderbaren Aussichtsmöglichkeiten. Zwischendurch würde sogar drei Mal die Möglichkeit zur Einkehr bestehen.

Wanderleitung: Norbert

Bericht und Bilder: Hotti