Wanderung auf dem Perlenkettenweg am Sonntag, 14. Februar 2016
notiert von Hotti

14. Februar 2016


Auch die zweite Wanderung führte uns in den Odenwald. Und auch diesmal war es Gerald, der zu dieser Wanderung geladen hatte. Und auch diesmal waren wir zu fünft. Ja, und beinahe wäre es auch noch die gleiche Bahnverbindung gewesen, doch die war dann doch etwas anders.

Unser erster Treffpunkt war der Wiesbadener Hauptbahnhof, von wo aus wir um kurz nach halb zehn mit der Regionalbahn Richtung Darmstadt fuhren. In Wiesbaden waren wir zu dritt, der vierte kam in Mainz dazu, und schon war eine vierer-Gruppe in der Bahn besetzt.

Alles lief glatt, die Bahn war pünktlich, so dass wir in Darmstadt in aller Seelenruhe umsteigen konnten in die Odenwaldbahn.

Wenige Haltestellen später hatten wir auch schon Mühltal erreicht. Mit dem Wanderleiter war vereinbart, dass ich die Gruppe zu einem Parkplatz führen sollte, wo er uns erwarten würde.

Erst mal kurz orientieren, in Google Maps hatte das irgendwie anders ausgesehen, war aber doch der richtige Bahnhof, an dem wir ausgestiegen waren, oder? Ja, er war es, denn nachdem ich einen Blick nach rechts geworfen hatte sah ich unseren beschriebenen Weg und nun war es auch einfach.

Bild 1

Wunderschöner Blick in die Landschaft

Bild 2

Einsamer Wanderer strebt auf einsame Bank

Am Parkplatz waren wir fast zeitgleich mit unserem Wanderleiter eingetroffen, so dass wir direkt loswandern konnten.

Da der eigentliche Perlenkettenweg erst in Waschenbach beginnt lag vor uns zunächst eine Wanderung zum Ausgangspunkt unserer Wanderung. Vorbei an der evangelischen Kirche wanderten wir bergauf und konnten bald daraus Ober-Ramstadt in der Ferne sehen.

Wenig später hatten wir dann auch schon Waschenbach erreicht, wo wir rasch einen Blick in Richtung des Arbeitsplatzes unseres Wanderleiters werfen konnten.

Jetzt aber ging es richtig los. Wir konnten unsere Wanderung entlang des Perlenkettenwegs beginnen. Der Name des Weges hat übrigens den Hintergrund, dass die hübschen Ortschaften aufgereiht sind wie eine Perlenkette.

Von Waschenbach aus stand uns nun der nächste Aufstieg bevor, der uns auf die Hohe Straße führte. Der Name Hohe Straße kam mir arg bekannt vor, waren wir doch vor einigen Jahren einen anderen Teil diesen Weges mit der gleichen Bezeichnung gewandert.

Hier stellte sich nun die Frage, was wir da in der Ferne sehen konnten. Teilweise konnten wir mit Sicherheit die Skyline von Frankfurt erkennen. Teilweise aber auch nicht, und bei dieser Variante stellten wir uns dann die Frage, welche Stadt wir sehen konnten.

Weiter ging unsere Wanderung auf die Neutscher Höhe mit seinen fünf Windrädern.

Bild 3

Ohje, müssen die schon wieder diskutieren

Bild 4

Mir rennt die Gruppe weg

In Neutsch selbst konnten wir im Buswartehäuschen eine Mittagsrast einlegen. Man merkte sehr deutlich, dass wir auf dem Land waren, denn jeder, der mit dem Auto vorbei fuhr schaute nach uns. Dieser Rastplatz schien kein alltäglicher Anblick zu sein.

Anschließend gelangten wir auf die Hutzelstraße (Höhenweg) und streifzen nochmals Frankenhausen. Schließlich wanderten wir auf dem Bernhard-Kraft-Weg (Bernhard Kraft war ein Frankenhäuser Mundartdichter und Schuhmacher).

Auf diesem Weg hatten wir am Rande des Nieder-Beerbacher Steinbruches einen schönen Blick auf die Burgruine Frankenstein. In der Ferne sahen wir noch eine größere Stadt, deren Name laut Wanderbeschreibung Frankfurt ist.

Bald darauf, nachdem wir eine Weile bergab gewandert waren, war es soweit. Wir mussten uns vom Perlenkettenweg verabschieden, denn wir wollten zurück nach Nieder-Ramstadt und nicht nach Waschenbach, wo der Perlenkettenweg hinführte.

Vorbei am Sonnenhof, unser Wanderleiter erklärte, dass dort behinderte Menschen arbeiten ging es zurück nach Nieder-Ramstadt, am Bach "Modau" entlang zu unserem Ausgangspunkt.

Wobei das noch nicht so ganz stimmte. Unser Ausgangspunkt war ja nur ein Etappenziel. Unser Ziel war der Nieder-Ramstädter Bahnhof.

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Blick auf Waschenbach, dem Start des Perlenkettenweges

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Ja was ist denn da los

Doch bevor wir diesen erreichen sollten, war zunächst die Abschlusseinkehr geplant. Hierzu hatte Gerald im Lokal Bescheid gesagt und nachgefragt, ob es den ganzen Tag warme Küche geben würde. Dies wurde vom Wirt zugesagt.

Bevor wir zum Lokal gingen durften wir noch einen Blick auf die Staustufe der Modau werfen. Danach machten wir uns schließlich auf den direkten Weg zum Lokal, welches in der Nähe des Bahnhofes war, was uns für die Rückfahrt zu Gute kommen würde. Nach dem Essen nur noch ein kleiner Spaziergang.

Wie auch bei der letzten Wanderung im Januar begann es nun zu regnen. Ziel erreicht, Regen begann.

Das Lokal war nun in Sichtweite. Wir sahen auch Leute sitzen und einen Kellner, der anscheinend bediente.

Gerald steuerte Zielstrebig auf die Eingangstüre des Gasthauses zu und versuchte diese zu öffnen.

Nanu, was war das denn. Die Tür ging nicht auf! Anstatt zu ziehen hieß es nun drücken, die Tür gab nicht nach, sie blieb zu!

Ein Blick auf die Karte wies die Öffnungszeiten aus: Sonntags durchgehend von 11 bis 23 Uhr. Es schloss sich ein weiterer Versuch an, die Tür zu öffnen. Nichts passierte.

Unser Wanderleiter hatte sich zwischenzeitlich entschlossen um das Lokal herum zu gehen, ob es nicht doch einen anderen Eingang gibt. Hatten wir ja schon alles in unserer Wandergeschichte erlebt.

Erfolglos kam er wieder zurück, jedoch konnte er berichten, dass Leute im Lokal saßen.

Was tun? Anrufen war eine gute Idee. Also Handy raus geholt, Nummer gewählt und eine Weile gewartet bis jemand den Anruf entgegen nahm. Die Erkenntnis war ernüchternd! Das Lokal hatte wegen fehlenden Personal Mittagspause bis 17 Uhr. Jetzt kam Gerald ins Spiel der dem Herrn am Telefon erklärte, dass er die Gruppe doch für 16:30 Uhr zum Essen angemeldet hatte.

Zugegeben, mit 15:45 Uhr waren wir tatsächlich etwas früher. Nun fragte der Herr am anderen Ende, ob wir denn schon kommen wollten und wann wir da sein würden.

Hhmm, ja also, wir standen ja nun direkt vor der verschlossenen Tür. Ganz der fleißige Geschäftsmann bot er uns nun an, dass wir ja schon mal herein kommen könnten.

Einen kurzen Moment später erschien der eben noch fernmündlich gesprochene Herr an der Tür und ließ uns eintreten. Gerald kam auf die Idee zu fragen, ob es denn nun schon Essen geben würde.

Selbstverständlich nicht! Einerseits hatte der Kellner ja recht, denn schließlich waren wir für halb fünf angemeldet. Andererseits war der Auftritt des Kellners alles andere als Einladend. Hätte er uns gesagt, jetzt kommt erst mal rein, trinkt einen Kaffee, dann nehme ich die Bestellung auf, wären wir mit Sicherheit geblieben. So aber hatte er uns das Gefühl totaler Unerwünschtheit vermittelt.

Bild 7

Ah, Tiere

Bild 8

die Skyline von Frankfurt

Ohne dies abgesprochen zu haben entschieden wir einstimmig, dass wir aus dem Grund der Mittagspause, die nirgends nachzulesen war, und dem Gefühl, dass wir nur stören und nicht willkommen sind, die Abschlusseinkehr abzublasen. Schade! Ein bisschen mehr Gastfreundschaft hätte zu einem Umsatz verholfen.

Nun ist Mühltal nicht gerade reich an Gastronomie, schon gar nicht um viertel vor vier, so dass wir zu der Erkenntnis kamen, dass es wohl keine Abschlusseinkehr geben würde und wir hungrig nach Hause fahren würden.

Gerald hatte noch eine letzte Hoffnung, dass es am Bahnhof noch etwas geben würde. Dem war nicht so, doch dafür mussten wir nun nicht mehr lange auf den Zug warten. Rasch verabschiedeten wir Gerald, unserem Wanderleiter, der es auch diesmal geschafft hatte, uns eine schöne Tour zu präsentieren, auch wenn seine Touren inzwischen nicht mehr individuell für uns geplant sind, sondern er die Touren all seinen Wandergruppen, an denen er beteiligt ist, anbietet.

Die Odenwaldbahn kam pünktlich eingefahren, so dass wir ohne Probleme in Darmstadt Nord in die Bahn nach Mainz Wiesbaden umsteigen konnten, wo wir gegen zehn nach fünf beziehungsweise in Wiesbaden um kurz vor halb sechs ankamen.

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kleiner Vorgeschmack auf blühende Schönheiten

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Kleingruppe auf Reisen

Fazit: Wie schon berichtet schafft es Gerald mit seinen Odenwaldtouren immer eine tolle Wanderung in einer schönen Landschaft zu zaubern.

Auch mit dem Wetter hätte es bei dieser Tour nicht besser laufen können. Nachdem die Wetterprognose sehr grusselig war und viel Regen versprochen hatte erlebten wir eine tollen regenfreien Tag. Lediglich zum Ende hin, heißt die letzten fünf Minuten traf uns ein leichter Schauer.

Schön war es gewesen! Danke an unseren Wanderleiter!

Wanderleitung: Gerald

Bericht und Bilder: Hotti