Rund um den Otzberg im Odenwald
notiert von Hotti

10. Januar 2016


Unsere erste "richtige" Wanderung am Sonntag, 10. Januar 2016 führte uns in den Odenwald und wurde vom hurtigen Gerald geleitet.

Bevor es losging hatten wir zunächst eine entspannte Anreise ab Wiesbaden hinter uns zu bringen.

In kleiner Gruppe, in Wiesbaden waren wir zu zweit, fuhren wir zunächst nach Mainz wo sich unser dritter Begleiter zu uns gesellte.

Am Darmstädter Nordbahnhof konnten wir absolut entspannt in die Odenwaldbahn umsteigen, welche nach kurzer Wartezeit auch schon kam.

Bild 1

Die Weite des Odenwaldes

Bild 2

Odenwalder Schäfchen

Ich glaube, es war in Ober-Ramstadt, als ich aus dem Fenster jemanden in letzter Minute zur Bahn sausen sah, dachte mir nichts dabei.

Dieser jemand kam direkt zu unserem Grüppchen grüßte mit einem freundlichen Morgen und fing erst einmal an, sich umzuziehen.

Nachdem er damit fertig war, erklärte er uns, dass wir ja nicht mehr weit fahren müssten. Aha!

Er hätte gerade mit Gerald telefoniert und er wäre bereits auf dem Weg zum Bahnhof. Aha!

Wer um alles in der Welt war das? Und warum wusste er so gut über uns Bescheid?

Tatsächlich waren wir dann auch wenig später am Bahnhof Otzberg-Lengfeld angekommen.

Wie wir es von unserem Wanderleiter Gerald gewohnt waren tauchte er gerade von hinten auf. Er schaffte es immer wieder uns mit seinem Zeitmanagement zu verblüffen.

Nun wurde auch klar, dass wir noch einen weiteren Mitwanderer hatten, der im Zug zu uns gestoßen war.

Bleibt jetzt noch die Frage offen, woran er uns erkannt hat. Ich habe bei keinem von uns einen Stempel auf der Stirn bemerkt.

Bild 3

Ganz hinten die Veste Otzberg

Bild 4

Faszinierende Wolkenformationen

Auf den sonst obligatorischen Begrüßungsvers verzichtete ich aufgrund der sehr übersichtlichen Gruppengröße von fünf Personen diesmal.

Zunächst wanderten wir durch das Naturschutzgebiet "Taubensemd" und bekamen den Weg um einen Kilometer verlängert, da unser Wanderleiter wegen eines Telefonats aufgrund seines Geburtstages am heutigen Tag, an einer entscheidenden Stelle ein wenig unachtsam war.

Allerdings steckte dahinter auch ein Stück Absicht! So hatten wir einen längeren wunderbaren Blick auf die Veste Otzberg, dem Etappenziel unserer Wanderung.

In Habitzheim hatten wir Gelegenheit einen Blick in die katholische Kirche zu werfen und bei einer kleinen Rast an der Bushaltestelle unsere mitgebrachte Vesper zu verschmausen.

Nun wanderten wir entlang des Mühlenbach bis zur Bundmühle, wo Gerald mit einer Überraschung aufwarten konnte.

Hier wurde ab den 80-er Jahren bis Anfang der 90-er die ZDF-Kultserie "Diese Drombuschs" gedreht. Bei einigen wurden an diesem Ort alte Erinnerungen wach. So natürlich auch bei mir als Serienfreak insbesondere deutscher Familienserien. Viele der Schauspieler von damals sind ja bereits leider schon gestorben.

So auch irgendwie die Mühle, die leider sehr verfallen dasteht. Von hinten sieht man bereits einige eingestürzte Gebäudeteile. Ein Bild konnte ich unter dem Hoftor hindurch machen, wo man eigentlich recht gut erkennen kann, wie es in besseren Zeiten der Mühle dort ausgesehen hat.

Ganz anders sah da die nächste Mühle aus, an der wir vorbei gewandert sind. Dies war die 1220 erstmals urkundlich erwähnte "Heydenmühle". Damit ist sie eine der ältesten Mühlen in der Region. Bis 1957 wurde sie bewirtschaftet. Heute leben und arbeiten dort Menschen mit Behinderung.

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Unsere kleine Gruppe

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Erkannt? Hier wurden die Serie "Diese Drombuschs" gedreht

Wir setzten unsere Wanderung fort und steuerten nun den Ort Nieder-Klingen an. Gerald erklärte uns, dass dieser Ort bereits mehrfach Auszeichnungen beim Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" erreicht hat.

Ab hier bekamen wir dann auch endlich den versprochenen Anstieg hinauf nach Hering mit der Veste Otzberg, dem Etappenziel unserer Wanderung.

Oben angekommen ging es nun darum, die Veste zu besichtigen oder weiter zu Wandern. Veste besichtigen würde bedeuten, dass unser ausgewählter Zug nicht erreicht werden würde, was wiederum bedeutet hätte eine Stunde später zu Hause anzukommen. Weiter hätte es bedeutet, einen Teil der Strecke im Dunkeln zu wandern.

Nach kurzem Überlegen entschieden wir direkt eine Einkehrmöglichkeit aufzusuchen um den Zug noch zu erreichen.

Gerald kannte sich aus und führte uns direkt zu einem Lokal. Etwas abseits, aber doch recht gut beschildert. Und wir hatten Glück und bekamen ohne Probleme auch einen Platz. Zugebenen außer uns saßen nur noch zwei Damen dort.

Ein netter Kellner nahm direkt unsere Bestellung auf. Mit 25 Minuten Zeit war das Zeitfenster für eine Einkehr recht knapp bemessen, aber es klappte alles vorbildlich, so dass wir um zehn vor vier den Weg zum Bahnhof antreten konnten.

Angeführt von einer leichten Diskussion zwischen Geralds Bekannten, der hier offensichtlich Ortskundig war und Gerald, welches denn nun der bessere Weg sei, wanderten wir nun talwärts nach Zipfen.

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Unter dem Tor hindurch fotografiert ein Blick in die Mühle

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Noch ein Blick zurück auf die alte Mühle der Drombuschs

Hier fand im Jahre 1882 der "Odenwaldclub" seinen Ursprung, wie uns dann auch eine Gedenktafel an einem Haus erklärte.

Von Zipfen führte unser Weg nun nach Lengfeld, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung, wo wir nach einer kleinen Ortsbesichtigung schließlich den Bahnhof erreicht hatten.

Waren wir während des ganzen Tages weitgehend vom Regen verschont geblieben, so begann es mit Erreichen des Ortes zu regnen, und es hörte auch nicht mehr auf, vielmehr wurde der Regen immer stärker. Somit war klar, dass wir alles richtig gemacht hatten, indem wir auf eine längere Besichtigung der Veste Otzberg verzichtet hatten.

Unser Wanderleiter Gerald setzte uns noch in die Bahn, dann verschwand er mit seiner Begleitung in Richtung Auto, während wir nun mit der Odenwaldbahn Richtung Darmstadt fuhren.

Dort schloss sich ein entspannter Umstieg in die Regionalbahn nach Wiesbaden an. Entspannt deshalb, da der Zug bereits zwanzig Minuten vor Abfahrt bereit stand und wir uns so in aller Ruhe einen gemütlichen Platz aussuchen konnten.

Ohne Verspätung trafen wir schließlich zunächst in Mainz und kurz darauf in Wiesbaden ein, wo ein schöner Wandertag dann auch sein Ende fand.

Bild 9

Beinahe hätten wir es bis zur Veste Otzberg geschafft

Bild 10

Noch ein Abschiedsbild unserer kleinen Gruppe

Fazit: Wie immer wenn Gerald eine Tour übernimmt hatte er auch diesmal wieder eine schöne Strecke für uns ausgesucht. Mit etwas über 16 Kilometer zwei Kilometer länger wie von Gerald angekündigt, wodurch sich auch erklären lässt, dass wir in Hering keine Zeit für einen Rundgang auf der Veste Otzberg hatten. Macht aber nichts, war auch so ein toller Tag.

Wanderleitung: Gerald

Bericht und Bilder: Hotti