Wanderung bei Rüdesheim
notiert von Hotti

12. Juni 2016


Besonders lange mussten wir warten, bevor wir diese Wanderung endlich machen konnten. Vorgewandert waren wir sie ja bereits im letzten Jahr.

Dann machte zuerst schlechtes Wetter und eine Erkältung das Vorhaben zunichte.

Zu guter Letzt musste ich die Tour dann noch einmal umplanen so dass von der ursprünglich geplanten Strecke nicht mehr viel übrig geblieben war. Doch das, was wir wandern konnten, das war dann doch ganz nett.

Auf der Strecke geblieben waren jedoch eine Schifffahrt von Rüdesheim nach Assmannshausen, eine Sesselbahnfahrt hinauf zum Jagdschloss Niederwald, der Besuch des Rüdesheimer Segelflugplatzes, eine Fahrt mit der Kabinenbahn hinab nach Rüdesheim und Kaffee trinken in Rüdesheim.

So, nun wisst ihr schon mal, was es bei dieser Wanderung nicht gab. Doch was gab es denn nun?

Getroffen hatten wir uns am Treffpunkt in Wiesbaden, wo wir mit zwei Autos Fahrgemeinschaften bildeten. Insgesamt waren wir zu fünft, wenn aber unsere Fellnase Sir Finn dabei ist, sind schon mal zwei Plätze weg, so dass dann zwei Autos gut tun.

Unsere Fahrt zu unserem Startpunkt der Wanderung oberhalb von Rüdesheim in der Nähe des Niederwalddenkmals dauerte ungefähr eine halbe Stunde.

Diesen Parkplatz kannte ich noch von früher. Damals war ich mit meinen Eltern sehr häufig im Rüdesheimer Wald und stets hatten wir dort geparkt. Im guten Glauben, dass sich wegemäßig nicht viel geändert haben würde nahm ich auch direkt den Weg, den wir immer genommen hatten.

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Mein Mann und unsere Fellnase sind auch diesmal mit bei der Wanderung

Bild 2

Hotti (links) auch mal auf einem Bild

Sehr schön war dieser nicht mehr, aber immerhin noch ein Weg. Der Matsch war nicht so schön und das aufgewühlte ließ mich Stoßgebete zum Himmel schicken, dass wir bitte keinem Wildschwein begegnen möchten. Wenig später standen wir vor einer Treppe, welche auf eine Wiese hinab führte. Ein Teil unseres Grüppchen nahm die Treppe, der andere Teil zog es vor, außen herum zu gehen, was die bessere Entscheidung war, denn das Gras war doch sehr feucht.

Rasch war die Gruppe wieder vereint. Schon bald konnten wir in der Ferne das Summen der Seilbahn hören und bald darauf konnten wir diese auch sehen. Gut, dass das Wetter heute nicht ganz so fein war, sonst wäre am Niederwalddenkmal wesentlich mehr los gewesen.

Einige Fotos später konnten wir uns vom Niederwalddenkmal losreißen und wanderten nun weiter in Richtung des Jagdschloss Niederwald. Kurz vorher sahen wir in nicht allzu weiter Entfernung sehr, sehr viele Wolken, die wir argwöhnisch betrachteten. War jetzt die Zeit gekommen um sich Regenfest zu machen? Nein! Wir waren mutig und liefen weiter.

Das nächste Ziel war das Jagdschloss Niederwald, das wir links liegen ließen. Ein Blick in den Himmel verhieß weiter nichts Gutes. Doch, jetzt war die Zeit gekommen, sich Regenfest zu machen. Diese Entscheidung war richtig und haargenau zum richtigen Zeitpunkt! Kaum hatten wir die Regenhosen angezogen begann es richtig zu regnen.

Und dann auch das noch. Anstelle nach links zu wandern schlenderten wir weiter geradeaus, was meinem Mann jedoch relativ bald nach einem Blick auf das GPS Gerät aufgefallen war.

Wären wir weiter geradeaus gelaufen hätten wir bald wieder auf der Straße und damit auch schon bald an den Autos gestanden. Somit war klar, wir mussten zurück. Nicht weit, aber doch zurück. Meine Planung eben.

Nun mussten wir rechts abbiegen und standen im fast schon finsteren Wald. Zog das Gewitter von uns weg oder kam es auf uns zu? Wegen des Gewitters galt es bald eine Entscheidung zu treffen. Wanderung abbrechen oder guter Hoffnung und frohen Mutes weiter zu wandern.

Nachdem wir ein zweites Mal keinen weiten Weg zum Auto hatten stellte ich die Streetmillboys vor die Alternative. An dieser Stelle die Wanderung beenden und zu den Autos zurück laufen oder das Programm weiter durchziehen.

Die Entscheidung fiel für die Wanderung aus. Kurze Zeit später ließ auch schon der Regen nach und das Gewitter verzog sich.

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Blick auf Bingen und die Nahemündung

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Auf dem Weg zum Hofgut Nothgottes

Eine Straßenüberquerung und etliche Schritte auf einem Asphaltweg später erreichten wir unseren Rastplatz in einer Schutzhütte. Es schien wie für uns vorbereitet, sogar Polster lagen auf den Sitzbänken. Mittlerweile hatte der Regen komplett aufgehört. So ganz vertrauen wollten wir der Situation aber nicht. Alle behielten die Regenkleidung an.

Wir warteten noch einen kurzen leichten Schauer ab, dann verließen wir diesen gastlichen Ort um zu unserem nächsten Etappenziel, dem Hofgut Nothgottes, zu wandern.

Nach unserer Rast folgten wir noch ein Stück dem Asphaltweg, der dann aber wieder in einen unbefestigten Waldweg überging. Auf der Karte war ein Weg eingezeichnet, der links zum Hofgut hinunter gehen sollte. Dummerweise war dieser entweder nicht ganz so offensichtlich oder es gab ihn nicht. Es lag nahe, dass es ihn nicht gab, so dass ich entschied, dass wir unseren jetzigen Weg nicht verlassen sollten und bei nächster Gelegenheit dann nach links gehen sollten um zu unserem Etappenziel zu kommen.

Tatsächlich trafen wir wenig später auf ein Hinweisschild nach Nothgottes. Noch einmal zur Sicherheit ein Blick auf das GPS ob es nicht einen besseren Weg geben würde, denn der mit der Beschilderung machte aus der Entfernung nicht gerade einen vertrauenserweckenden Eindruck.

Es kam wie es kommen musste. Wir mussten uns durch Büsche schlagen, wegen eines riesigen Schlammlochs ins Innere des Waldes vordringen um dann irgendwann einmal tatsächlich das Hofgut Nothgottes zu erreichen.

Man kann nun geteilter Meinung sein, ob man hier mal gewesen sein muss. Mit Sicherheit gibt es schönere Orte. Aber zumindest nutzten wir die Zeit um einen Blick in die Kapelle zu werfen.

Jetzt aber rasch zur Abtei St. Hildegard. Hierzu mussten wir erst einmal wieder den Weg zurück laufen, dann folgte ein Anstieg und schon standen wir im Örtchen Ebental. Ich wusste gar nicht, dass der Ort so hieß. Sogar eine Bushaltestelle gab es hier im Ort, was für uns sehr zum Vorteil war.

Kaum hatten wir den Ort erreicht begann es wieder zu regnen. Und diesmal begnügte sich der Wettergott nicht mit einem kurzen leichten Schauer, diesmal sollte es etwas heftiger ausfallen und auch ein kleiner Hagelschauer durfte nicht fehlen.

Genau richtig erkannt. Wie eben erwähnt gab es ja im Ort Ebental eine Haltestelle mit einem kleinen Häuschen zum Unterstellen. Und dies taten wir nun auch. Gute Entscheidung, denn ob die Regenkleidung diesen Regen abgehalten hätte, das wage ich zu bezweifeln. Und natürlich ist ein Hagelschauer nicht schön für unsere Fellnase, der ausnahmsweise den Unterstand dankbar annahm, obwohl er eigentlich Wasser sehr gut abhaben kann und meist keine Pfütze auslässt um sich hinein zu legen.

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Weit ist es nun nicht mehr bis Nothgottes

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Eigentlich recht unspektakulär das Hofgut Nothgottes

Im Unterstand warteten wir das Ende des Regens ab. Allzu lange dauerte es nicht und schon konnten wir zur Abteil St. Hildegard aufbrechen, die wir nach nicht allzu langer Zeit erreicht hatten.

Die Zivilisation hatte uns wieder, denn hier war einiges los.

In der Abtei sollte freilich ein Blick in die Kirche nicht fehlen.

Nachdem alle ausreichend geschaut hatten näherten wir uns dem Finale. Dem Weg zurück zum Parkplatz. Laut Planung wären es nun noch zwei , mitunter schwierige weil heftiger Anstieg, Kilometer die vor uns lagen.

Erst einmal ging es recht gemächlich nach oben, bis wir an die Hauptstraße kamen, die zum Denkmal hinauf führte. Diese mussten wir überqueren und dann direkt an den Wochenendhäusern vorbei rechts hinauf. Das Abenteuer möge beginnen.

Als wir den ersten umgestürzten Baum aus dem Weg räumen mussten fanden wir dies noch nicht schlimm, doch als wir kurz darauf bemerkten, dass dieser Weg total zugewachsen waren, war das nicht mehr lustig. Nach links auf den nächsthöheren Weg ausweichen ging auch nicht, denn da gab es einen Zaun, der dieses Vorhaben zu verhindern wusste.

Was blieb, das war den geordneten Rückzug anzutreten, was nicht so toll war. Die mühsam erkämpfte Höhe mussten wir wieder abgeben. Nach kurzer Zeit standen wir wieder an der Straßenecke. Von hier folgten wir erwartungsvoll dem Rheinsteig für ein Stück, genossen noch einmal den Blick auf das Rheintal, bevor wir auf den nächsten Weg trafen, der rechts abging und hoffentlich nach oben führte.

Tatsächlich führte dieser Weg nun nach oben und brachte uns alle noch einmal ganz tüchtig ins Schwitzen. Dummerweise hatte ich noch meine Regenkleidung an, was diese Steigung nicht sehr viel einfacher machte. Wohl dem, der sich in der Abtei schon seiner Regenkleidung entledigt hatte.

Der Aufstieg war kurz und steil, doch dafür war uns er Ziel nun in greifbare Nähe gerückt. Wir kamen schließlich wieder an der Wiese heraus, wo wir am Morgen bereits gewesen waren. Somit war klar, ab hier war es nicht mehr weit. Zwar zog sich der Weg bis zum Parkplatz aber wenigstens ging es nicht mehr bergauf sondern eben bis zum Auto.

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Die Abtei St. Hildegardis ist nun gar nicht mehr weit

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Einsamer Wanderung auf dem Weg zur Abtei St. Hildegardis

Jetzt stand erst einmal Schuhe wechseln auf dem Programm und auch für unsere Fellnase Sir Finn stand noch eine Grundreinigung aus. Typisch Labrador hatte er sich in einige Dreckpfützen gelegt und ausgiebig gebadet. Na ja, Fango und Moorbäder sollen ja sehr gesund sein.

Nachdem alle sauber und die Schuhe gewechselt waren konnte es auch schon losgehen. Zurück nach Wiesbaden, dem Ausgangspunkt unserer Fahrgemeinschaften. Die Fahrt dauerte zirka 30 Minuten. Hier in Wiesbaden war auch die Abschlusseinkehr geplant.

Einer unserer Teilnehmer verließ uns bereits jetzt, denn er hatte am Abend noch eine weitere Verabredung.

Für den Rest hieß es noch ein paar Schritte laufen und schon hatten wir das Gasthaus erreicht. Lange mussten wir nicht nach einem Platz suchen, denn die letzten Gäste waren uns beim hineingehen gerade entgegen gekommen.

Der Kellner hatte sich nach einer Weile zu uns bemüht um unsere Wünsche entgegen zu nehmen. Hierbei nahm er dann gleich Getränke- und Essenswünsche auf, so hatte er sich einen Weg gespart.

Fast schon traditionell fand sich auf der Angebotstafel vor der Tür Spießbraten wieder, der auch diesmal leider schon aus war. Traditionell deshalb, da es immer so war. Der Spießbraten wurde immer angeboten und war immer aus.

Es dauerte nicht allzu lang, da kam der Herr Ober auch bereits mit den Salaten angeschlendert. Dummerweise hatte der die Schüsselchen so geschlenkert, dass das Dressing heraus sabberte und sich so auf dem Boden und seiner Schürze verteilte, was ihm zunächst nicht aufgefallen war.

Erst als er bei uns am Tisch ankam fiel ihm das Missgeschick auf, was er jedoch spontan ignorierte und die Salate servierte. Übrigens passierte das gleiche noch einmal später bei anderen Gästen, wobei er dann murrte, dass er nun die zweite Schürze wechseln müsse.

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Sir Finn hat gerade noch den letzten Parkplatz bekommen

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Das ist wahre Pflanzenliebe

Das Essen selbst war wie immer ganz gut und ausreichend und stand im ordentlichen Preis- / Leistungsverhältnis.

Entgegen unseres letzten Besuchs kassierte er diesmal am Tisch. Bei unserem letzten Besuch hatte er uns gebeten, da wir ja alle einzeln zahlen würden und er für alle einen separaten Beleg heraus lassen müsse, dass wir vorne an der Theke zahlen sollten.

Wie es unschwer zwischen den letzten Zeilen zu erkennen war, sind wir also zukünftig bemüht, uns eine andere Lokalität zur Abschlusseinkehr auszuwählen. Eigentlich schade, aber irgendwie harmoniert es da nicht so ganz mit uns.

Mit der Abschlusseinkehr ging wieder ein schöner Wandertag zu Ende, bei dem es uns wettermäßig sehr viel härter hätte treffen können, als es dann war. Von den Temperaturen her gab es keinen Grund sich zu beschweren, diese waren für eine Wanderung optimal. Mit dem Regen hatten wir Glück, dass dieser immer dann auf uns herunter prasselte, als wir gerade einen Unterstand in der Nähe hatten.

Insgesamt betrachtet war es eine Wanderung, die zwar ganz nett war, jedoch viele Asphaltwege mitbrachte und auch der Weg zum Hofgut Nothgottes war nicht besonders fein. Kritisch und realistisch betrachtet hatten wir schon sehr viel schönere Touren im Programm gehabt.

Wanderleitung: Hotti

Bericht und Bilder: Peter & Hotti