Spaziergang durch den Schwetzinger Schlosspark
notiert von Hotti

10. Juli 2016


Bis vor einigen Jahren hatten wir im Sommer eine Tour, die sich Flip Flop Tour nannte und bedeutete, dass diese Tour keine Wanderung sondern ein Spaziergang verbunden mit Kaffee trinken, leckerem Essen und einer Besichtigung war.

In den letzten Jahren waren uns hierzu zum einen die Ideen zum anderen die Teilnehmer ausgegangen.

Nachdem das zweite Argument inzwischen Alltag geworden ist und wieder eine Idee für eine Flip Flop Tour vorhanden war stand dem Unternehmen nichts mehr im Weg.

In den Schwetzinger Schlosspark sollte es gehen. Hierzu hatten wir uns für diesen Sommer ein nahezu perfektes Wetter ausgesucht. Sonnenschein, warme Temperaturen, was wollten wir mehr?

Getroffen hatten wir uns an unserem Wiesbadener Treffpunkt für Fahrgemeinschaften, die auch heute rasch und Problemlos gebildet werden konnte, denn mit vier Teilnehmern war dies nicht besonders schwierig.

So fuhren wir also voller Vorfreude Richtung Schwetzingen. Beinahe wäre auch alles gut gegangen, hätte Arne nicht kurz vor der Ankunft das Navi seines Autos eingeschaltet.

Möglicherweise hatte er es ein wenig zu spät eingeschaltet, denn was nun folgte hatte schon was von Comedy.

Bei Mannheim sagte die freundliche Stimme, wir mögen einer Richtung folgen. Wir waren gerade an einem Motorradfahrer, der mit einer Panne auf dem Standstreifen stand, vorbei gefahren.

Wir folgten also der vorgegebenen Richtung. Die berechnete Ankunftszeit lag nicht mehr in großer Ferne. Gehorsam folgten wir allen Anweisungen, fuhren von der Autobahn ab, bogen links ab, die nächste wieder links und fuhren auf die Autobahn auf.

Bild 1

Durch dieses Tor müsst ihr gehen um in den Park zu kommen

Bild 2

Was für ein aufgeräumter Park

Der Motorradfahrer stand nun in der Gegenrichtung unverändert an gleicher Stelle. Kurz darauf wurde uns angesagt, dass wir unser Ziel in Kürze beziehungsweise jetzt erreichen würden.

Moment mal, wir waren mitten auf der Autobahn und hatten unser Ziel erreicht. Den Schlosspark konnten wir nicht entdecken, so dass wir beschlossen einfach mal weiter zu fahren.

Kurze Zeit später fuhren wir dann wieder am Motorradfahrer, diesmal auf seiner Autobahn, vorbei.

Anscheinend hatte sich das Navi nun endlich orientiert und führte uns diesmal fehlerfrei in die Schwetzinger Innenstadt. Zügig war ein an Sonntagen kostenfreier Parkplatz gefunden.

Von hier aus war es nicht mehr weit bis zum Schwetzinger Schloss. Unser Weg führte durch die schöne Fußgängerzone und dauerte ungefähr zehn Minuten.

Im Park angekommen mussten wir zunächst Eintrittskarten kaufen. Außerdem hatten wir in der Vorbereitung heraus gefunden, dass an diesem Sonntag eine Führung durch das Theater angeboten wurde. Für diese Führung hatte Arne Karten vorbestellt und laut Aussage am Telefon auch gerade noch die letzten vier Karten erhalten.

Also teilte Arne zunächst der Dame hinter dem Schalter mit, dass wir für die Führung angemeldet seien. Da die Anmeldung telefonisch erfolgt war, konnte Arne keine Vorgangsnummer nennen, was die Dame bedauerte und mitteilte, dann würde es etwas länger dauern, da sie nun erst einmal diese Nummer telefonisch erfragen musste.

Gut, dass zu dieser Zeit nicht so viele in den Park wollten. Die nette Dame hinter dem Schalter verwies dann auch auf eine weitere Kasse. Während dessen telefonierte sie. Nach einer Weile hatte sich am anderen Ende jemand erbarmt und tatsächlich abgenommen.

Nein, eine Vorgangsnummer gäbe es für diese Führung nicht, denn es sei ja eine offene Führung.

Nun war alles ganz einfach. Schnell war bezahlt und schon hielten wir unsere Karten einschließlich der für die Führung in der Hand.

Bild 3

Zumindest hier gab es noch Wasser, die anderen Brunnen waren trocken

Bild 4

Unsere Teilnehmer der Flip Flop Tour 2016

Bevor wir in den Park hinein durften mussten wir zunächst einem netten Herren von der Parkaufsicht unsere Karten vorzeigen, der uns auch gleich erklärte, wo später die Führung begann.

Jetzt stellte sich die Frage, sollten wir zunächst eine Tasse Kaffee trinken oder uns direkt im Park umschauen. Wir entwickelten einen Plan! Zuerst wollten wir uns ein wenig im Park umschauen, dann Kaffee trinken. Vom Café war es nicht weit zum Theater, dann die Führung, anschließend würden wir noch einmal das im Park anschauen, was wir bis dahin nicht gesehen hatten und noch sehen wollten.

Da Arne und Thomas bei der Vortour eine Führung durch den Park mitgemacht hatten, konnten die beiden einiges zum Park und dessen Ausrichtung erklären.

So hat man zum Beispiel von beiden Seiten eine gerade gezogene Linie. Die eine Linie weist in Richtung Mannheim, die andere in Richtung Heidelberg. Alle beiden Richtungen bis heute unbebaut mit toller Sicht.

Wenig später erreichten wir die Moschee und eine Ruine. Die Ruine war seit ihrem Bau eine Ruine und war auch schon so geplant gewesen.

Ein Blick auf die Uhr zeigte, dass es nun an der Zeit war, sich den Rest des Parks für später aufzuheben. Wir schlenderten durch den Park zurück in Richtung des Cafés, welches wir vor der Führung noch besuchen wollten.

Da wir den Anspruch auf ein schattiges Plätzchen hatten, war die Auswahl an Plätzen sehr beschränkt, aber das Problem war schnell lösbar.

Der freundliche Kellner bediente uns zügig. Rasch waren Eiscafé oder Eisbecher serviert.

Für unsere Führung hatte Arne telefonisch den Hinweis mit auf den Weg bekommen, es würde wahrscheinlich sehr voll werden, so dass wir doch bitte 15 bis 20 Minuten vor dem Termin am Treffpunkt erscheinen sollten.

Oh je, voll, frühzeitig, die letzten vier Karten, das konnte ja heiter werden.

Da es von unserem derzeitigen Aufenthaltsort bis zum Theater nicht mehr allzu weit sein konnte, wir hatten das Foyer quasi, nach unserer Meinung, schon gesichtet, sollte es reichen, wenn wir um kurz nach zwei zahlen würden.

Wie war das schon früher mit den Eltern. Bevor wir losgehen, gehen wir alle noch mal auf die Toilette. Das hat sich auch in einer Wandergruppe nicht geändert!

Nachdem alle zurück waren machten wir uns auf den Weg zum Theaterfoyer. Upps, das war ja nur eine Türe weiter. Da hatten wir aber eine andere Stelle vermutet.

Bild 5

Perfekt geschnitten, hier muss der Gärtner sorgfältig arbeiten

Bild 6

Blick auf die Moschee

Tatsächlich waren wir sehr zeitig. Viele Interessenten hatten sich bis jetzt noch nicht eingefunden. Dafür war unser Führer der Tour bereits vor Ort und riss schon einmal die Karten ein.

Insgesamt waren wir bei dieser Führung nicht mehr als 10 Personen, so dass die Aussage, zum einen dass es sicher sehr voll werden würde und auch, dass wir die letzten vier Karten bekommen hatten, wahrscheinlich mehr Wunsch denn Wirklichkeit.

Kompetent und mit viel Informationen rund um das Theater wurden wir bei dieser Führung versorgt. Nach einer kurzen Einführung im Foyer durften wir in das Theater hinein. Ich hätte es mir sehr viel größer vorgestellt, aber schön war es! Nachdem wir eine Weile den Ausführungen unseres Theaterführers gelauscht hatten durften wir uns die wirklich sehr große Bühne ansehen und waren allesamt fasziniert.

Anschließend schauten wir uns ein Modell der Bühnentechnik an. Es war unserem Führer an seinen Worten zu entnehmen, wie sehr er es bedauerte, dass das Modell nicht mehr wirklich funktionstüchtig war. Zwar war es mit allerlei Funktionen ausgestattet, doch leider funktionierte nur noch sehr wenig. Er war aber zuversichtlich, dass die anstehende Reparatur des Modells erfolgreich sein würde und dass irgendwann tatsächlich alles vorgeführt werden kann.

Nachdem wir das Modell angeschaut hatten ging die Führung weiter in die oberen Stockwerke.

Bevor wir jedoch in das Treppenhaus durften, wurden wir gefragt, ob alle Schwindelfrei seien, denn wir würden nun durch das Fluchtwegetreppenhaus in die zweite Etage gehen.

Schon im Vorfeld hatte ich mich darüber gewundert, weshalb man für eine Theaterführung schwindelfrei sein müsse, hatte damit gerechnet dass wir hoch oben über irgendwelche Rampen müssten.

War aber nicht so. Das Fluchtwegetreppenhaus war ein ganz normales Treppenhaus. Da habe ich schon sehr viel engere gesehen. Oben angekommen war dann auch nichts, was einer Schwindelfreiheit bedurft hätte.

Vielleicht waren es die Plätze, auf denen wir Platz nehmen durften? Keine Ahnung, ich kann es mir nicht erklären.

Nachdem wir hier oben die letzten Erklärungen zum Theater bekommen hatte, war die Führung auch schon zu Ende. Neunzig Minuten waren vorbei. Kinder, wie die Zeit vergeht!

Bild 7

Die Ruine wurde bewusst wegen der Spiegelung im See an diese Stelle gebaut

Bild 8

Auch von hier hat man noch einen durchgängigen schönen Blick

Wie wir es geplant hatten setzten wir unsere Besichtigung des Parks fort und kamen nun zum Badehaus des Parks. Leider war dies zur Zeit geschlossen. Ein Hinweisschild wies uns zum kurzen Warten an. Wir hatten bereits die erforderlichen Filzpuschen übergestreift, doch irgendwie passierte nichts.

Unsere Geduld wurde strapaziert, so dass wir uns entschlossen, etwas später noch einmal vorbei zu schauen. Also Filzpuschen zurück ins Körbchen und weiter gelaufen.

Wir waren gerade ums Badehaus gelaufen, da erschien eine Mitarbeiterin, welche gezielt auf die Eingangstür zusteuerte und diese öffnete . Also wieder zurück, wieder hinein in Filzpuschen und durch das Badehaus geschluppt. Bei der Vielzahl an Besuchern muss hier gewiss nur sehr selten durchgefeudelt werden, wenn alle Besucher auf Puschen durchs Haus rutschen.

Unser Parkbesuch näherte sich nun bereits dem Ende. Das meiste hatten wir gesehen. Langsam steuerten wir auf den Ausgang zu, machten noch einige Fotos und erreichten so den Parkausgang.

Wirklich ein wunderschöner Park, der im Gegensatz zu Heidelberg überhaupt nicht überlaufen ist. Hier kann man wirklich noch alles in Ruhe genießen.

Bild 9

Hier wird es wein wenig römisch

Bild 10

Noch einmal ein letzter Blick zurück in diesen prächtigen Park

Für uns schloss sich an den Parkbesuch die Frage an, ob und wo wir den Tag noch bei gutem Essen ausklingen lassen wollten.

Bei der Vortour waren die beiden im Brauhaus gewesen und hatten es dort nicht schlecht gefunden. Nur der Service und die Dauer, bis das Essen auf dem Tisch stand, hatte unseren Vorturnern zu lang gedauert.

Da das Essen aber nicht schlecht gewesen war und wir keinen Zeitdruck mehr hatten, gingen wir das Risiko ein. Der Abschluss sollte im Schwetzinger Brauhaus sein.

Hier wurden wir sehr angenehm überrascht, denn alles ging schnell. Die Getränkewünsche wurden rasch erfüllt, und auch das Essen ließ nicht lange auf sich warten.

Damit ging dann auch eine sehr gelungene Flip Flop Tour zu Ende. Unser Fazit war, dass Schwetzingen ein sehr schöner Ort mit viel Flair ist. Nette Fußgängerzone, schöner Park, es passt zusammen.

Zur Rückfahrt hatte Arne dann direkt das Navi eingeschaltet, damit wir nicht wieder im Kreis fuhren.

Wir kamen dann auch nur zum zweiten Mal am Friedhof vorbei, bevor wir schließlich auf die Autobahn fuhren und nach etwa einer Stunde Fahrzeit in Wiesbaden ankamen und hier dann auseinander gingen.

Wanderleitung: Arne

Bericht und Bilder: Hotti