Neujahrsspaziergang 2017
notiert von Hotti

1. Januar 2017


Natürlich darf zum Jahresstart der Streetmillboys der alljährliche Spaziergang über sieben Brücken nicht fehlen.

Die Strecke ist immer die gleiche, die Teilnehmer sind meist die gleichen, so dass wir ins Jahr 2017 mit zwölf begeisterten Spaziergängern los gezogen waren.

Bei unserer Neujahrstour ist es so wie mit den Sportstudios. Zum Jahresstart ist der Vorsatz da, etwas für sich tun zu wollen, da geht man dann auch schon mal mit den Streetmillboys zur Neujahrstour. Erfahrungsgemäß hält dieser Vorsatz nicht besonders lang und bereits bei der nächsten Tour dürfte sich die Beteiligung wieder merklich reduzieren.

Was in jedem Jahr anders ist, ist das Wetter. Diesmal war es kalt mit Reif oder auch Schnee, da bin ich mir nicht sicher. Wie auf den Fotos zu erkennen ist, kamen wir uns bei dieser Tour zurück versetzt in die Vergangenheit, denn alles erschien in Schwarz-Weiß.

Und noch etwas war anders in diesem Jahr. Entgegen meiner sonstigen Gewohnheit hielt ich diesmal nicht meine traditionelle sogenannte Neujahrsansprache. Es war einfach ein bisserl zu kalt dafür, denn wir hatten bereits eine ganze Weile gestanden, die Temperatur schon etwas niedriger, so dass wir Gefahr liefen auszukühlen.

Also auf ins Getümmel der munteren Spaziergängerscharr, welche uns im Laufe des Nachmittags begegnen sollte.

Bild 1

Möven, die gefüttert werden, aber nicht von uns!

Bild 2

Das Flösserdenkmal, wie lange steht es eigentlich schon da?

Der Platz zwischen der ersten Brücke und der Reduit zeigte auch in diesem Jahr wieder, was in der Nacht dort los gewesen sein musste. Es dürfte wohl noch eine Weile dauern, bis der ganze Unrat weg geschafft ist.

Und da war sie auch schon, die erste Brücke unseres Tages! Na ja, besser gesagt ist es ja nur ein Steg, trotzdem! Es ist die erste Brücke auf unserer Tour, welche uns auf die Insel Maaraue bringt.

Traditionell tummeln sich hier eine Menge Jogger, Fahrradfahrer und Spaziergänger, die den Nachmittag für einen ersten Spaziergang nutzen. So wie wir eben.

Hier ließ sich ein erstes Mal erkennen, dass der Rhein tatsächlich extremes Niedrigwasser hat. Auch diese Veränderung konnten wir in all den Jahren unseres Neujahrspaziergangs immer wieder beobachten. So niedrig wie an diesem 1. Januar 2017 war es tatsächlich noch nicht, und wir machen diese Tour schon einige Jahre. Oft war es so, dass der Rhein Hochwasser hatte.

Aber weiter zu unserer Tour und unserer nächsten Brücke, meist gar nicht als solche zu erkennen. Diese führt von der Insel nach Kostheim.

In Kostheim an der Treppe des Weinprobierstandes, der auch in diesem Jahr wieder geschlossen war, hieß es für die Gruppe aufstellen zum Gruppenfoto.

Bild 3

Der Blick auf unsere 7. Brücke mal im hellen

Bild 4

Früher gab es auch nur Schwarz-Weiß-Fotos

Nachdem sich alle positioniert hatten, wies ich vorsorglich darauf hin, dass dieses Bild für das Internet sei, und wer da nicht erscheinen wolle, der müsse sich nun von seiner Position verabschieden. Keiner ging, Klick, das Foto war gemacht!

Und weiter, diesmal auf der Schneebedeckten, sehr glatten, Straße. Gerade wollte dort ein Auto ausparken, was mich dazu verleitete, dem Wagen auszuweichen und auf den Gehweg weiter zu gehen.

Upps, ein Fehlschritt, denn es hatte mir den Boden unter den Füßen weg gezogen und so lag ich dann Rücklings wie ein Maikäfer auf der Straße. Was für ein Mist. Rasch rappelte ich mich wieder auf, was großes war mir nicht passiert, alles noch ganz. Zwar war ich etwas beunruhigt, den der linke Arm brannte etwas. Hoffentlich hatte ich mir den nicht aufgeschlagen und es blutete. Später bei der Einkehr würde ich mal einen Blick darauf werfen.

Wenigstens hatte einer aus der Gruppe gefragt ob alles gut sei.

Genug gejammert! Wer wandert, muss auch mal mit einem Sturz rechnen. Solange nichts ernsthaftes passiert ist alles im grünen Bereich!

Lasst uns weiter wandern. Wo waren wir noch gleich? Richtig, wir sind noch in Kostheim und auf dem besten Weg, die nächste Brücke zu begehen. Mitgezählt? Genau, Brücke Nummer 3 ist nun an der Reihe.

Doch bevor wir diese erreichten, mussten wir erst mal wieder die kleine Treppe finden, die sich auch in diesem Jahr wieder versteckt hatte. Gefunden, auf nach oben.

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Sieht diese Landschaft nicht toll aus

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Das alljährliche Gruppenfoto in Kostheim aus dem Jahr 2017

Ei, was war denn da? Eine Baustelle. So was geht ja gar nicht. Wir nehmen immer die rechte Straßenseite und genau diese war gesperrt. Ein Unding. Gut, dann eben doch die Seite wechseln. Machten übrigens nicht alle. Nein, aus unserer Gruppe schon, aber so andere Leute, Jogger eben, für die galt die Absperrung nicht.

Ei hoppala, jetzt hätte es mich beinahe zum zweiten Mal an diesem ersten Tag des neuen Jahres zu Boden gleiten lassen. Hatte ich doch glatt eine Folie übersehen und war munter auf diese drauf getappt. Doch diesmal ging alles gut, außer einem bedenklichen ins Rutschen kommen gelang es mir diesmal stehen zu bleiben. Nach einem Sturz denkt man immer, hoffentlich passiert so was nicht noch mal.

Am Ende unserer dritten Brücke hatten wir Gustavsburg erreicht. Hier verließen wir die Hauptstraße nach rechts und wanderten in Richtung der Eisenbahnbrücke nach Mainz, die wir tatsächlich wenig später erreicht hatten.

Brücke Nummer vier ist oder war somit die Brücke von Gustavsburg nach Mainz, die wir uns mit der Bahn teilten.

Ein bisschen Bammel hatten wir vor dem Brückenabgang, nachdem es auf der Brücke teilweise glitschig war. Alles war gut, keiner war zu Fall gekommen, alle hatten den Abstieg heil überstanden.

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Auf dem Weg zur Eisenbahnbrücke

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In wundervoller Schneelandschaft

Damit hatten wir Mainz erreicht und liefen auf dem Deich neben dem neuen Wohnviertel unserer fünften Brücke entgegen.

Die Drehbrücke zum Winterhafen vor dem Fort Malakoff war somit die fünfte Brücke unserer Tour.

Entgegen des Anblicks vergangener Jahre sah es hier bereits sehr ordentlich aus.

Unser Etappenziel war nun absehbar. Die Einkehr zum alljährlichen Kaffee und Kuchen unter dem Weihnachtsbaum. Nachdem 2016 Kritik laut wurde, dass es beinahe keinen Kuchen gegeben habe, es sehr laut war, sollte es eigentlich für 2017 etwas neues geben.

Doch daraus wurde nichts. Hatte mich zu spät auf den Weg gemacht was anderes zu finden. Ist ja auch nicht einfach, für Neujahr etwas geeignetes für Kaffee und Kuchen zu finden.

Hinzu kommt ja noch, dass ich so ungern von festen Ritualen abweichen mag. Das dies in diesem Jahr die richtige Entscheidung war, sollte sich bei unserer Einkehr dann auch zeigen.

Bild 9

Es war so schön anzusehen

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Blick auf den Rhein

Bereits im Vorfeld bei meiner Reservierung hatte ich schon ein tolles Erlebnis. In den vergangene Jahren lief meiner Reservierung immer so ab, dass ich für Kaffee und Kuchen den Tisch unter dem Weihnachtsbaum reservierte. Mal wurde mir bestätigt, dass sie sich auf uns freuen und gerne für ein Abendessen reserviert hatten, was mit einer Folgemail meinerseits klar gestellt wurde.

Aber diesmal! Diesmal kam nach meiner Reservierung die Antwort, dass sie sich auf uns freuten und gerne den Tisch am Weihnachtsbaum zu unserem alljährlichen Kaffee und Kuchen reserviert hatten. Geht doch, so leicht erfreut man mich.

Auch mit dem Kuchen funktionierte es perfekt. Jeder bekam das was er haben wollte. Somit nach Jahren des Abstiegs gab es in diesem Jahr wieder die volle Punktzahl für diesen Jahresstart.

Wie immer brachen wir nach etwa einer Stunde wieder auf. Über eine Treppe erreichten wir Brücke Nummer sechs, die uns sicher über die Rheinstraße brachte. Die nächste Treppe, zur Rheinpromenade hinunter, hatte es da schon etwas mehr in sich, denn es war finster.

Damit näherte sich unser Spaziergang bereits dem Ziel. Eigentlich war, bevor wir auf unsere siebte Brücke hinauf stiegen, unten noch ein erstes auf Auf Wiedersehen sagen für die ersten Teilnehmer auf dem Plan, doch die Gruppe hatte sich diesmal so weit auseinander gezogen, dass die ersten bereits hinauf gestiegen waren, während die letzten noch Zeit zum Abschied hatten.

Gut, also auch ohne Abschied dürfte unser Mainzer Teilnehmer sicher nach Hause gekommen sein, während wir noch unsere siebte Brücke zu überqueren hatten.

Und dann war unser Spaziergang auch schon vorbei. Die erste Veranstaltung, im 20. Jahr, der Streetmillboys war gut gelaufen. Für den ein oder anderen hieß es dann, wir sehen uns im nächsten Jahr wieder, während andere sicherlich bei einer der nächsten Touren wieder dabei sein werden.

Wanderleitung: Hotti

Bericht und Bilder: Hotti